Bei Real Roots schauen wir nicht nur darauf, was ein Tier isst, sondern vor allem darauf, was das für das Tier bedeutet, für die Nahrung, die es hervorbringt, und letztlich für deinen Körper. Grasgefüttertes Rindfleisch ist für uns kein Marketingbegriff; es ist eine grundlegende Entscheidung, die Ernährung, Biologie und Herkunft berührt.
Grasgefüttert: die Kuh, wie die Natur sie vorgesehen hat
Eine Kuh ist ein Wiederkäuer. Ihre komplette Verdauung, insbesondere der Pansen, ist darauf ausgelegt, faserreiches Gras und Kräuter zu verdauen. Wenn eine Kuh das ganze Jahr über weidet, arbeitet dieses System stabil und im Gleichgewicht. Das sieht man an:
- ein ruhiger Stoffwechsel,
- weniger Stress für den Körper,
- und ein Fett- und Nährstoffprofil, das zu einem gesunden Tier passt.

Bei Stallfütterung wird dieses System mit Getreide und Mais beschleunigt. Das führt zu schnellem Wachstum und höherem Ertrag, ist aber eine künstliche Abkürzung in einem biologischen Prozess, der dafür nicht vorgesehen ist.
Fett ist nicht einfach nur Fett
Der größte Unterschied zwischen grasgefütterten und stallgefütterten Tieren liegt nicht im Eiweiß, sondern in der Fettqualität. Grasgefütterte Tiere bauen Fett auf, das:
- reicher an Omega-3-Fettsäuren ist,
- ein günstiges Omega-6 : Omega-3-Verhältnis hat,
- und mehr CLA enthält, eine Fettsäure, die ausschließlich bei der Grasfermentation im Pansen entsteht.
Das ist auch der Grund, warum grasgefüttertes Fett oft gelber ist. Diese Farbe stammt von natürlichen Carotinoiden aus dem Gras, nicht von Verarbeitung oder Zusätzen. Für Produkte wie Talg, Butter und Organfutter ist dieser Unterschied entscheidend. Fett ist hier keine Nebensache, sondern der Träger des Nährwerts.
Mehr als Makronährstoffe: Mikronährstoffe und Stabilität
Grasgefüttertes Fleisch und Fett enthalten nachweislich mehr:
- Vitamin A (Retinol),
- Vitamin E (natürliches Antioxidans),
- Vitamin K2 (MK-4),
- und andere bioaktive Stoffe, die man nicht nachträglich „hinzufügen“ kann.
Das sorgt nicht nur für einen höheren Nährwert, sondern auch für eine bessere Oxidationsstabilität. Einfach gesagt: Das Fett bleibt stabiler, einfach weil es von Natur aus so aufgebaut ist.
Bewegung, Muskeln und Struktur
Eine grasende Kuh bewegt sich. Täglich. Das sieht man an:
- kompaktere Muskelfasern,
- eine andere Kollagenstruktur,
- und Fleisch, das nahrhaft ist, nicht aufgepumpt.
Das Ergebnis ist kein „superzartes Fastfood-Fleisch“, sondern echtes Essen, das Aufmerksamkeit verlangt und deinem Körper auch etwas zurückgibt.
Tierschutz ist kein isoliertes Thema
Gesunde Ernährung, Bewegung und natürliches Verhalten bilden zusammen eine Einheit. Kühe, die grasen:
- zeigen natürliches Sozialverhalten,
- haben weniger Stoffwechselprobleme,
- und benötigen strukturell weniger medizinische Eingriffe.
Für uns ist Tierschutz kein emotionales Argument, sondern eine biologische Realität: Ein gesundes Tier liefert bessere Nahrung.
Warum Real Roots bewusst auf grasgefüttert setzt
Wir arbeiten aus einer einfachen Überzeugung heraus: Ernährung beginnt an der Quelle. Man kann nichts korrigieren, was an der Basis falsch gelaufen ist. Kein Supplement, kein Prozess und keine Marketingaussage kann eine unnatürliche Herkunft wiederherstellen. Deshalb entscheiden wir uns für:
- grasgefütterte Tiere,
- minimale Eingriffe,
- und Produkte, die ihrem natürlichen Zustand nahe bleiben.
Nicht weil es einfacher ist, sondern weil es stimmt.
Real Roots. Zurück zu dem, wo Ernährung beginnt.
Quellen & Belege, warum grasgefüttert besser ist als stallgefüttert.
Die Unterschiede zwischen grasgefüttertem und stallgefüttertem Rindvieh sind in der Ernährungs- und Tierwissenschaft umfassend untersucht worden. Unter anderem bilden folgende Publikationen und Institute die Grundlage für die Erkenntnisse in diesem Artikel:
- Daley et al. (2010) – Nutrition Journal: Übersichtsarbeit zu Fettsäureprofilen, CLA und Antioxidantien in grasgefüttertem vs. getreidegefüttertem Rindfleisch.
- Ponnampalam et al. (2018) – Meat Science: Unterschiede in den Vitaminen A und E bei verschiedenen Fütterungssystemen.
- Descalzo et al. (2005) – Meat Science: Oxidationsstabilität und Fettqualität von grasgefüttertem Rindertalg.
- National Research Council (NRC) – Ruminant Nutrition: physiologische Grundlagen der Wiederkäuerernährung.
- Berichte der FAO und der European Food Safety Authority über Tierschutz, Fütterungssysteme und Lebensmittelqualität.